Gesundheitssoziologie und Impfforschung
Dieses Thema verbindet Arbeiten zu Impfzögern, Impfintentionen, Gesundheitskompetenz, Vertrauen in Gesundheitswesen und Wissenschaft, gesundheitlichen Ungleichheiten und Gesundheitsverhalten.
Untersucht werden individuelle und kontextuelle Einflussfaktoren wie sozioökonomische Lage, Bildung, kulturelles Kapital, Verschwörungsmentalität, ideologische Polarisierung, institutionelles Vertrauen sowie wirtschaftliche und kulturelle Ländermerkmale.
Neuere Arbeiten behandeln auch die Messung von Gesundheitskompetenz und Impfbereitschaft, Unterschiede zwischen Gruppen mit unterschiedlichen Mustern des Impfzögerns und längsschnittliche Veränderungen der Impfeinstellungen.
Verwandte Arbeiten
Projekte und Publikationen
Verwandte geförderte Projekte behandeln Impfzögern nach COVID-19, vergleichende Analysen der Gesundheitskompetenz und des Impfvertrauens in Slowenien und Europa sowie ein laufendes Projekt mit personenorientierten, längsschnittlichen und ländervergleichenden Ansätzen zum Impfzögern.
Die vollständige Publikationsliste finden Sie auf der Seite Publikationen . Projektdetails finden Sie unter Forschungsprojekte.
Zentrale Ergebnisse
Ausgewählte Forschungsergebnisse
Kirbiš, A., Branilović, S., Vrdelja, M., & Lamot, M. (2026). Psychometric properties of the European health literacy survey questionnaire short-short form (HLS-EU-Q6) among Slovenian youth, adults, and older adults. BMC Public Health, 26, 3052.
Zentrales Ergebnis: In Slowenien (N=3.360) zeigte der HLS-EU-Q6 in allen Altersgruppen eine zufriedenstellende Reliabilität. Die Einfaktorstruktur passte jedoch bei älteren Menschen besser als bei Jugendlichen und Erwachsenen; vier Items funktionierten je nach Alter unterschiedlich.
doi.org/10.1186/s12889-026-28926-5 Vollständiger PublikationseintragKirbiš, A. & Branilović, S. (2026). Perceived ideological polarization, trust in science and healthcare, and COVID-19 vaccination intention: A four-wave cross-lagged mediation panel analysis. Social Science & Medicine.
Zentrales Ergebnis: In einem slowenischen Vier-Wellen-Panel (N=488) zeigte ein Random-Intercept-Cross-Lagged-Panelmodell keinen innerhalb von Personen wirkenden kausalen Effekt wahrgenommener ideologischer Polarisierung auf späteres Vertrauen oder Impfintentionen. Unterschiede zwischen Personen im Wissenschafts- und Gesundheitsvertrauen sagten die COVID-19-Impfintention voraus.
doi.org/10.1016/j.socscimed.2026.119057Lamot, M., Kirbiš, A., & Kerman, K. (2026). Are individuals with persistently high conspiracy mentality also persistently vaccine-hesitant? Findings from a three-wave panel study. Social Science & Medicine.
Zentrales Ergebnis: In einem slowenischen Drei-Wellen-Panel (N=574) waren Verschwörungsmentalität und Impfzögern stabile, korrelierte Dispositionen, ohne einander über vier Monate zu verursachen; geringeres Wissenschaftsvertrauen verband beide.
doi.org/10.1016/j.socscimed.2025.118770Lamot, M. & Kirbiš, A. (2024). Multilevel analysis of COVID-19 vaccination intention: The moderating role of economic and cultural country characteristics. European Journal of Public Health.
Zentrales Ergebnis: In 26 europäischen Ländern (ESS, Runde 10, N≈51.000) sagten institutionelles Vertrauen und Zufriedenheit mit dem Gesundheitswesen die COVID-19-Impfintention in weniger korrupten, stärker entwickelten Ländern stärker voraus. Verschwörungsüberzeugungen hatten stärkere negative Effekte in korrupten, kollektivistischeren Ländern.
doi.org/10.1093/eurpub/ckae022Lubej, M. & Kirbiš, A. (2025). Why does health literacy matter, and for whom? Explaining the differentiating impact of health literacy on vaccine attitudes. Frontiers in Psychology.
Zentrales Ergebnis: In Slowenien (N=3.360) stärkte Gesundheitskompetenz positive Impfeinstellungen direkt und durch geringeren Glauben an Impfmythen; bei Personen mit Gesundheitsausbildung waren die Effekte stärker.
doi.org/10.3389/fpsyg.2025.1470654Kirbiš, A. (2022). The impact of cultural capital on vaccine attitudes among the Slovenian public. Vaccines.
Zentrales Ergebnis: In Slowenien (N=661) sagte die Teilnahme an hochkulturellen Aktivitäten positivere Impfeinstellungen voraus; formale Bildung zeigte dagegen keinen Effekt.
doi.org/10.3390/vaccines10111947Vrdelja, M., Branilović, S., Lamot, M., & Kirbiš, A. (2026). Evaluating the psychometric properties of the 7C vaccination readiness scale: Evidence from Slovenia. Slovenian Journal of Public Health.
Zentrales Ergebnis: In Slowenien (N=1.350) war der allgemeine Faktor der Impfbereitschaft der stärkste Prädiktor der Impfintention; die 7C-Skala erklärte mehr Varianz als die 5C-Skala.
doi.org/10.2478/sjph-2026-0004Lamot, M. & Kirbiš, A. (2025). Seasonal influenza vaccination uptake among health and medical college students: A discrete choice experiment. Human Vaccines & Immunotherapeutics.
Zentrales Ergebnis: In einem Discrete-Choice-Experiment mit slowenischen Medizin- und Gesundheitsstudierenden (N=239) waren höhere Wirksamkeit und weniger Nebenwirkungen die stärksten Einflussfaktoren der Entscheidung für eine Grippeimpfung.
doi.org/10.1080/21645515.2025.2530287Lamot, M., Kerman, K., & Kirbiš, A. (2024). Ideological differences in COVID-19 vaccine intention: The effects of trust in the healthcare system, in complementary and alternative medicine, and perceived threat from the disease. Frontiers in Psychology.
Zentrales Ergebnis: In Slowenien (N=858) berichteten linksorientierte Personen eine höhere COVID-19-Impfintention, erklärt durch größeres Vertrauen in das Gesundheitswesen und geringere Orientierung an Komplementärmedizin.
doi.org/10.3389/fpsyg.2024.1332697Lamot, M. & Kirbiš, A. (2024). The validity and reliability of the Slovenian version of the health literacy questionnaire short-form (HLS-EU-Q16) among adults and older adults. Frontiers in Public Health.
Zentrales Ergebnis: Die slowenische Version des Gesundheitskompetenzfragebogens HLS-EU-Q16 zeigte angemessene Validität und Reliabilität bei Erwachsenen (N=2.327) und älteren Menschen (N=876).
doi.org/10.3389/fpubh.2024.1474539Lamot, M., Kirbiš, A., & Vrdelja, M. (2024). Exploring the inherent heterogeneity of vaccine hesitancy: A study of a childhood-vaccine-hesitant population. Vaccines.
Zentrales Ergebnis: Eine latente Profilanalyse impfzögerlicher Personen in Slowenien (N=421) identifizierte drei Untergruppen; die ablehnendste war durch eigene Recherche, Verschwörungsüberzeugungen und Misstrauen gegenüber dem Gesundheitswesen geprägt.
doi.org/10.3390/vaccines12080839Lamot, M. & Kirbiš, A. (2024). Understanding vaccine hesitancy: A comparison of sociodemographic and socioeconomic predictors with health literacy dimensions. Vaccines.
Zentrales Ergebnis: In Slowenien (N=3.360) sagten jüngeres Alter, geringere Bildung und stärkere wirtschaftliche Benachteiligung jeweils unabhängig stärkeres Impfzögern voraus.
doi.org/10.3390/vaccines12101141Lamot, M., Kerman, K., & Kirbiš, A. (2022). Distrustful, dissatisfied, and conspiratorial: A latent profile analysis of COVID-19 vaccination rejection. International Journal of Environmental Research and Public Health.
Zentrales Ergebnis: Daten des European Social Survey (N=1.252) zeigten, dass die Kombination aus Misstrauen, Unzufriedenheit und Verschwörungsüberzeugungen das Profil mit der höchsten Wahrscheinlichkeit einer Impfablehnung bildete.
doi.org/10.3390/ijerph191610096Kirbiš, A. (2023). The impact of socioeconomic status, perceived threat and healthism on vaccine hesitancy. Sustainability.
Zentrales Ergebnis: In Slowenien (N=661) waren geringere wahrgenommene Bedrohung durch impfpräventable Krankheiten und Misstrauen gegenüber dem Gesundheitswesen die stärksten Prädiktoren des Impfzögerns, im Einklang mit einer Healthismus-Erklärung.
doi.org/10.3390/su15076107Publikationsarchiv
Frühere und verwandte Publikationen
Lamot, M., & Kirbiš, A. (2022). Oklevanje pred cepljenjem, zaupanje v zdravstveni sistem, percepcija nalezljivih bolezni in odločanje za cepljenje proti covidu-19: pojasnjevalna vloga zaupanja Nacionalnemu inštitutu za javno zdravje = General vaccine hesitancy, trust in the healthcare system, perception of infectious diseases and Covid-19 vaccination intention: the explanatory role of trust in the National Institute of Public Health. In Javno zdravje in COVID-19 2022 (pp. 55–63). Nacionalni inštitut za javno zdravje. ISBN 978-961-6945-79-0.
Schwerpunkt: Impfzögern, Vertrauen in das Gesundheitswesen, Krankheitswahrnehmungen und Vertrauen in das Nationale Institut für öffentliche Gesundheit.
Bibliografischer COBISS-Eintrag Full publication entryHäufige Fragen
Fragen zum Thema
Verursacht Verschwörungsdenken im Zeitverlauf Impfzögern?
In einem slowenischen Drei-Wellen-Panel waren Verschwörungsmentalität und Impfzögern stabile, korrelierte Dispositionen, ohne einander über vier Monate zu verursachen; geringeres Wissenschaftsvertrauen verband beide (Lamot, Kirbiš & Kerman, 2026).
Verbessert Gesundheitskompetenz die Impfeinstellungen?
Ja. In einer slowenischen Studie (N=3.360) stärkte Gesundheitskompetenz positive Impfeinstellungen direkt und durch geringeren Glauben an Impfmythen; bei Personen mit Gesundheitsausbildung waren die Effekte stärker (Lubej & Kirbiš, 2025).
Warum ist die Impfakzeptanz in manchen Ländern höher?
In 26 europäischen Ländern sagten institutionelles Vertrauen und Zufriedenheit mit dem Gesundheitswesen Impfintentionen in weniger korrupten, stärker entwickelten Ländern stärker voraus; Verschwörungsüberzeugungen waren in stärker korrupten Ländern bedeutsamer (Lamot & Kirbiš, 2024).
Wer zeigt das stärkste Impfzögern?
In Slowenien berichteten jüngere, geringer gebildete und wirtschaftlich stärker benachteiligte Menschen stärkeres Impfzögern (Lamot & Kirbiš, 2024).